Infantile Agitation XIV

Für ihre vielen Probleme hat die linke Szene ein einfaches Patentrezept entwickelt: Den Rückzug aus der Gesellschaft und den Bezug auf sich selbst. Dieser Vorgang ist wahrlich nichts Neues, es gibt sogar Theoretiker, die ein solches Vorgehen nahelegen. Die Askese des Revolutionärs, die Komplizenschaft mit den Genossen oder Gefährten, der Bezug auf den eigenen Zirkel von Berufenen, all das kennt man. Verkommt allerdings sogar der Sex mit jemandem zu einem politischen Vorgang, so tritt der autoritäre Charakter dieser Szene deutlich in Erscheinung. Am Ende bleibt nichts mehr, außer dem eigenen Kollektiv komplette Unterwerfung zu beweisen. So wie die Sexualität nichts Privates mehr sein soll, weil man die Feststellung, dass auch Privates politisch sei zum Diktum erhebt, so soll natürlich auch die Partnerwahl eine politische sein. Es darf quasi keine Blutschande getrieben werden. Der klassische linke Raum mit seinen drohenden Hinweisen, dass den übergriffigen Täter die sofortige Bestrafung ereilt, gepaart mit dem Damoklesschwert des Szeneausschlusses – dem sozialen Tod –, lädt natürlich geradezu zu solchen Abenteuern ein. Deshalb diesen Monat, zum Abschluss des Jahres 2017:

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