Infantile Agitation XIII

Das Leben des linken Studenten ist langweilig – war es schon immer. Deshalb beschäftigt sich der linke Student viel mit der Frage, wie es möglich ist, sein Langweilerleben aufzupeppen. Wenn die Soziologievorlesung läuft, das Geschichtsseminar ruft oder die Politikwissenschaften anöden, dann sucht der linke Student nach einem Fantasma, dem er hinterherjagen kann.

Anstatt wie jeder normale Mensch davon zu träumen, wie schön es wäre nicht mehr Arbeiten zu müssen und stattdessen das Leben zu genießen, oder sich daran zu erfreuen, dass er einen durchaus angenehmen Alltag – wenn auch häufig ohne Geld – hat, träumt der Linke Student davon Proletarier zu sein. Das ging in der wilden Zeit soweit, dass man mit anderen linken Studenten kommunistische Zirkel gründete um gemeinsam den Größen der Weltgeschichte wie Pol Pot oder Enver Hoxha auf dem Weg ins glorreiche Stahlwerk (oder im Fall von Pol Pot aufs Reisfeld) zu folgen.

Heute ist man progressiver, manchmal Anarchist, manchmal Linkssozialist. Aber ein Ziel, das bleibt immer: proletarischer sein als das Proletariat und dabei noch Revolution machen. Im Gedenken an den langweiligen Linken Studenten diesen Monat:

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